Bogota – Hauptstadt Kolumbiens

Hochland typisches, sehr wechselhaftes Wetter gepaart mit einem gigantischen Verkehrschaos. Das ist die 8 Millionen Einwohner Metropole Bogotá. Hauptstadt Kolumbiens und lange Zeit mit eine der gefährlichsten Städte der Welt. Heute vor allem internationales Drehkreuz und Zentrum aller Visa Angelegenheiten

Nein, ich möchte dieses Taxi nicht kaufen

Es war also soweit, ich durfte für mein Visa nach Bogotá kommen. Der Flieger ging von Barranquilla bereits um 5:30 Uhr morgens und rund 1,5 Stunden später war ich also in Bogotá. Der Hauptstadt Kolumbiens, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Vom Flughafen bis zur Migracion Colombia, also der Ausländerbehörde sind es rund 7 Kilometer. Eigentlich kein Hexenwerk möchte man meinen. Doch zunächst musste ich ein passendes Transportmittel finden.
Bus wäre wohl eine kluge Entscheidung gewesen, aber ich mag keine Bus fahrten und hier in Kolumbien kommt mir das auch ein wenig zu chaotisch vor. Ich verstehe weder wie die Fahrpläne funktionieren – sofern es überhaupt welche gibt – noch woher man weiß welcher Bus wo entlang fährt.

Beim Verlassen des Flughafens stürzte sich natürlich gleich ein Taxi Vermittler auf mich, ich erklärte ihm wo ich hin möchte und er sagte mir, dass dies für 70.000 Pesos machbar ist. Siebzigtausend Pesos, hat er das gerade wirklich gesagt? Wir reden von 20 Euro für 7 Kilometer. Ich entgegnete ihm Frech, dass ich das Taxi nicht kaufen will, sondern nur zu der Adresse gefahren werden will. Der Vermittler schmunzelte bedrückt und sagte, dass es am Verkehr liegt und ich könne mir das Taxi ja mit jemandem teilen. Besser als gar nichts, ich fand eine Studentin, die zur Amerikanischen Botschaft wollte und der Vermittler schlug vor wir teilen uns den Preis, da ihr Ziel auf dem Weg liegt.
Wir beide empfanden 35.000 Pesos immer noch als Wucher und ich schaute mal in der Uber App nach. Siehe da für 22.000 Pesos ist mein Ziel zu erreichen. Der Vermittler hatte ein Taxi frei und wollte uns einsteigen sehen. Ich lehnte dankend ab und erklärte, dass ich von einem Freund abgeholt werde. Der Uber Fahrer kam prompt zu uns und wir gingen direkt zu seinem Auto.

Autoheizungsluft und Stau

Wir stiegen ein und er startete den Motor und mir wehte sofort diese ekelhafte Autoheizungsluft in die Nase. Ich kurbelte das Fenster runter, um nicht direkt auf den ersten Metern in sein Auto zu kotzen. Es war kalt in Bogota an diesem morgen. Nach fast einem Jahr in der tropischen Klimazone empfindet man eigentlich alles als Kalt, was einem nicht die Schweißperlen auf die Stirn jagt. Es waren 18 Grad, zu kalt für T-Shirt und zu warm für Pullover. Genau dieses Wetter habe ich schon in Deutschland gehasst.
Nach wenigen Minuten haben wir den Flughafen Parkplatz hinter uns gelassen um dann in Bogotas Verkehr die nächsten 2 Stunden zu verbringen. 2 Stunden für 7 Kilometer, wer zügig geht schafft es zu Fuß in der selben Zeit. Es war eine Qual, es ging nichts vorwärts und meine Idee, direkt als erster in die Migracion Colombia zu stürmen löste sich in Luft auf. Erstmal war nur wichtig dieses beheizte Auto zu verlassen. Es muss so gegen 7:30 gewesen sein, als die Sonne die Wolken zur Seite drängte und die Temperatur schlagartig auf 26 Grad schoss. Der Fahrer reagierte geübt, indem er von Heizung auf Klimaanlage wechselte. Besser als die Heizungsluft aber trotzdem nicht zufriedenstellend für mich.

Schlange stehen und Nummer ziehen

Aufgrund der unglücklichen Verkehrslage und der damit einhergehenden späteren Ankunft, war die Migracion natürlich schon gut besucht. Ich stellte mich also in die Schlange vor dem Gebäude. Drinnen war dann ein Sicherheitscheck wie beim Flughafen und es ging mit dem Fahrstuhl nach oben. Nach kurzer Befragung und Papier Überprüfung bekam ich endlich mein Visa. Nach langem hin und her habe ich endlich die unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis und bin nun Colombeman. Auf die Visa Geschichte gehe ich seperat ein, hier geht es ja Hauptstädlich um Bogotá.

Hoch hinaus Monserrate Bogotá

Monserrate ist einer der Berge, die Bogotá im Würgegriff halten. Mit einer Seilbahn oder einer Zahnradbahn geht es nach oben. Die Sicht ist gigantisch, ich bin ja ein großer Fan von Aussichtspunkten. Lediglich das extrem wechselhafte Wetter ist eine Herausforderung. Oben auf dem Monserrate gibt es Souvenirs, Getränke und Snacks. Ein typischer Touristen Platz also, aber trotzdem schön. Über kleine Wege kann man zudem auf die Rückseite des Berges sehen, wo die Natur noch üppiger vegetiert, als man sich das vorstellen kann.

Restaurant Tipp: Galeria Hopulus

Wieder unten angekommen ging es mit dem Taxi ins Hotel. Der einsetzende Regenschauer bescherte und zahlreiche Regenschirm Verkäufer und da ich ja beim Taxi gespart habe, kann ich diese Investition guten Gewissens tätigen. Abends stand die Galeria Hopulus auf dem Plan. Felipe, der lange in Deutschland gelebt hat, braut hier echtes Bier und bietet unter anderem einen Currywurst Arepa. Da ich meiner Begleitung unbedingt ein paar Deutsche Spezialitäten zeigen wollte, war dies also der Plan.

Die Currywurst war super lecker, auch wenn ich Arepas, diesen faden Maisfladen nichts abgewinnen kann. Der heimliche Favorit waren aber die Brezeln mit Frischkäse. Ach was hab ich dieses Laugengebäck vermisst und selbst bei Kolumbianern kommen sie gut an. Wir aßen glaube ich 5 oder 6 Stück davon und probierten uns durch alle drei vorrätigen Biersorten. Keller, Weizen und Kölsch. Ich bin kein Weizen Fan, habe es aber probiert. Die Biere von Felipe sind für Kolumbianer viel zu herb, weshalb meine Begleitung sich nur dem Kölsch annähern konnte. Das Kölsch war herrlich süffig und so war es ein schöner Ausklang für den Abend. Wer in Bogotá ist, sollte unbedingt bei der Galeria Hopulus vorbeischauen. Das Ambiente ist sehr geschmackvoll, der Service hervorragend und die Auswahl kulinarisch und das bei vernünftigen Preisen.

Aufgrund fehlender Zeit, stand am nächsten Tag nach einem kurzen Besuch in einer Shopping Mall der Weg zum Flughafen und der Rückflug in mein Paradies an.

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